Eine Gruppe rosa Ferkel steht dicht beieinander in einem Gehege; ein Ferkel in der Mitte blickt nach oben, die Ohren gespitzt und die Schnauze erhoben.

Fleisch

Tierwohl intelligent analysieren: REWE Group bündelt Expertise aus Praxis und Wissenschaft

6. August 2026

Das Kompetenzzentrum Landwirtschaft der REWE Group startet gemeinsam mit Fachpartnern ein KI-Forschungsprojekt zur Analyse des Tierwohlbefindens

Wie kann Künstliche Intelligenz (KI) Landwirt:innen dabei unterstützen, Tierwohl und Tiergesundheit auf ein neues Niveau zu heben? Das untersucht das Kompetenzzentrum Landwirtschaft der REWE Group in einem bislang einzigartigen Praxisprojekt gemeinsam mit seinem Beiratsmitglied und Projektinitiator Max Esser-Geneschen sowie weiteren Akteuren aus Praxis, Wissenschaft und Fachpartnern. Mit der Pilotierung neuer Analysemethoden unterstreicht die REWE Group einmal mehr ihr Engagement für die Förderung des Tierwohls entlang ihrer landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten.

Zu den weiteren Projektpartnern zählen Dr. Stefanie Retz von trafo:agrar (Universität Vechta), Prof. Dr. Diana Meemken (Freie Universität Berlin), die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Johannes Schmidt-Moosing (VetVise GmbH) sowie die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V. (TVT). Die TVT wird durch Prof. Dr. Thomas Blaha, der zugleich der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover angehört, und Dr. Andreas Franzky vertreten. Ergänzt wird das Konsortium durch weitere beratende Tierärzt:innen. Darüber hinaus bringt Gesa Langenberg, Schweinehalterin und Mitglied des Expert:innenbeirats des Kompetenzzentrum Landwirtschaft, ihre praktische Erfahrung in das Vorhaben ein. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit gewährleistet von Beginn an einen engen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und stellt die Praxistauglichkeit der Ergebnisse sicher. Die technische Erprobung erfolgt zunächst in ausgewählten Pilotbetrieben der Schweine- und Geflügelhaltung.

Mit Kamera- und Sensortechnik Tierwohl auf ein neues Niveau heben

KI kann künftig neue Maßstäbe bei der Bewertung von Tierwohlbefinden und Tiergesundheit setzen. Initiiert vom Kompetenzzentrum Landwirtschaft der REWE Group arbeiten erstmalig Landwirtschaft, Tiermedizin, Wissenschaft und Handel gemeinsam an einer KI-basierten Methodik zur Analyse von Tierwohl und Tiergesundheit. Ziel des Projekts ist es, das Potenzial von Kamera- und Sensortechnologie unter Praxisbedingungen in der Nutztierhaltung zu untersuchen und daraus belastbare, valide Erkenntnisse für Landwirtschaft, Tierärzte, Handel und Verbraucher:innen abzuleiten. Die technische Grundlage des Projekts bildet die von VetVise bereitgestellte Kameratechnologie, die für die Erhebung und Analyse der Projektdaten eingesetzt wird.

Der Einsatz von KI-Technologie soll Landwirt:innen im Betriebsalltag dabei unterstützen, das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Nutztiere kontinuierlich im Blick zu behalten, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Eine interoperable Datengrundlage würde erstmalig eine Erfolgsmessung anstatt nur Einhaltung von Vorgaben ermöglichen.

Landwirtinnen und Landwirte beobachten ihre Tiere sehr genau. Moderne KI kann sie dabei unterstützen, zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen, Daten systematisch zu erfassen und dauerhaft im Blick zu behalten. Sie ist im Dauereinsatz, kann Auffälligkeiten frühzeitig sichtbar machen und dadurch den Betriebsalltag entlasten. Gemeinsam mit unseren Partnern möchten wir untersuchen, welchen konkreten Mehrwert diese Technologie für Tierwohl, Tiergesundheit und die praktische Arbeit auf den Höfen leisten kann”, erläutert Dr. Carolin Weyers, Leiterin des Kompetenzzentrum Landwirtschaft der REWE Group.

Ich bin überzeugt, dass Künstliche Intelligenz Tierwohl nachhaltig verändern kann. Sie eröffnet die Chance, Tiere noch besser zu verstehen und ihre Bedürfnisse stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Wenn wir die Technologie verantwortungsvoll einsetzen, können wir Tierwohl und Tiergesundheit auf ein neues Niveau heben und gleichzeitig Landwirt:innen bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen“, sagt Max Esser-Geneschen.

Prof. Dr. Thomas Blaha, Vorstandsmitglied der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e. V. (TVT), ordnet die Bedeutung des Forschungsvorhabens für die Praxis ein:

Besonders wertvoll ist es, dass das Kompetenzzentrum Landwirtschaft Akteure aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Tiermedizin und Handel zusammenbringt. Durch diesen interdisziplinären Ansatz lässt sich fundiert bewerten, welchen Beitrag KI für Tiergesundheit leisten kann. Wenn es gelingt, Veränderungen im Verhalten von Tieren früher zu erkennen, können wir schneller reagieren und gezielter handeln.

Die Verantwortung für das Tierwohlbefinden bleibt dabei jederzeit beim Menschen. Im Fokus des Projekts steht, Potenziale und Grenzen KI-basierter Analysen unter Praxisbedingungen wissenschaftlich einzuordnen und belastbare Erkenntnisse für ihren zukünftigen Einsatz in der Nutztierhaltung zu gewinnen. Diese sollen dazu beitragen, datenbasierte Ansätze im Bereich Tierwohl und Tiergesundheit weiterzuentwickeln.