Markus Bobenhausen Portrait

Obst & Gemüse

„Drei Fragen an“ Markus Bobenhausen zum ersten Drei-Parteien-Vertrag im Gemüseanbau

12. Februar 2026

Bisher fehlten Landwirt:innen am Verhandlungstisch, wenn über Konditionen und Modalitäten gesprochen wurde. Dies ändern Drei-Parteien-Verträge, die die REWE Group seit Oktober 2024 sukzessive ausrollt. Einen solchen Vertrag haben REWE Group, Landfrisch AG und Erzeuger im Rahmen der diesjährigen Grünen Woche unterzeichnet. Markus Bobenhausen, Senior Buying Director bei der REWE Group, ordnet diesen Meilenstein in unserem Format „Drei Fragen an“ ein

Was zeichnet das Konstrukt der Drei-Parteien-Verträge aus?

Drei-Parteien-Verträge verbinden Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel in einer gemeinsamen, mehrjährigen Partnerschaft. Sie legen verbindliche Mengen, faire Kostenund Risikoteilung sowie gemeinsame Nachhaltigkeits- und Qualitätsziele fest. Transparenz, langfristige Planungssicherheit und regelmäßige gemeinsame Überprüfung der Vertragsparameter stehen im Mittelpunkt. Zusätzlich verpflichten sich die Parteien zu gemeinsamen Weiterentwicklungsprojekten, etwa in Digitalisierung und effizienteren Anbaumethoden. Neu ist auch, dass alle drei Parteien gemeinsam am Verhandlungstisch sitzen und gleichberechtigt Entscheidungen treffen. Besonders für die Landwirtschaft schafft der Vertrag eine verlässliche Basis für die Zukunft.

Inwiefern ist die REWE Group mit dem auf der Grünen Woche vorgestellten Vertrag Vorreiter im deutschen Lebensmittelhandel?

Die REWE Group ist Vorreiter, weil das Unternehmen als erstes großes Handelsunternehmen in Deutschland Drei-Parteien-Verträge systematisch in seine Lieferbeziehungen integriert – mit dem Ziel, Landwirt:innen als gleichberechtigte Verhandlungspartner einzubinden. Der vorgestellte Vertrag mit Landfrisch ist der erste seiner Art im Bereich des Freilandanbaus. Hierzu muss man wissen: Der Anbau von Obst und Gemüse ist enorm anspruchsvoll. Saisonale Schwankungen oder die Witterungsverhältnisse spielen hier eine große Rolle und stellen die Erzeuger:innen vor Herausforderungen. REWE und PENNY setzen mit Drei-Parteien-Verträgen neue Standards bei Transparenz, fairen Erzeugerpreisen und Planungssicherheit und stärken die regionale Versorgungssicherheit. Das Kompetenzzentrum Landwirtschaft der REWE Group hat den Ansatz maßgeblich mitentwickelt.

Welche Produkte umfasst der vorgestellte Drei-Parteien-Vertrag und wo sind diese erhältlich?

Die Zusammenarbeit umfasst Gemüseprodukte wie Eisbergsalat, Romana-Salatherzen, Kohlrabi, Pak Choi, Kopfsalat, Spitzkohl und Grünkohl, die von den beiden Erzeugern für REWE und PENNY produziert werden. Die Erzeugnisse sind hauptsächlich im Westen der Republik erhältlich, darüber hinaus aber auch in REWE- und PENNY-Märkten anderer Regionen.

Markus Bobenhausen ist Senior Buying Director bei der REWE Group und seit acht Jahren im Unternehmen tätig.