Milch
„Drei Fragen an“ Bernhard Pointner zum Drei-Parteien-Vertrag beim „Zukunftsbauer“
9. Januar 2026
Zum 1. Oktober 2025 wurde das gemeinsame Projekt „Zukunftsbauer“ von PENNY und Berchtesgadener Land, welches Landwirt:innen dabei unterstützt, ihre Höfe klimaschonender zu gestalten, auf ein neues Level gehoben: Ein Drei-Parteien-Vertrag holt die Landwirt:innen mit an den Verhandlungstisch, wo gleichberechtigt über Konditionen und Modalitäten verhandelt wird. Bernhard Pointner, Geschäftsführender Vorstand Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG, stellt den Drei-Parteien-Vertrag in unserer Reihe „Drei Fragen an“ vor und erläutert, welche Signalwirkung das Modell für die gesamte Branche haben kann.
Im Jahr 2021 haben PENNY und Ihr Haus den „Zukunftsbauer“ ins Leben gerufen. Wofür steht das Projekt?
Das Projekt ist ein wichtiger Baustein in unserer Nachhaltigkeitsstrategie, weil es Nachhaltigkeit entlang der Lieferkette denkt und dabei alle – Handel, Unternehmen, Landwirtschaft und Verbraucher – an einem Strang ziehen. Denn Klimaschutz geht nur gemeinsam und die Landwirtschaft kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Deshalb ist der „Zukunftsbauer“ das richtige Projekt zur richtigen Zeit.
Inwiefern ist der gemeinsame Drei-Parteien-Vertrag der nächste logische Schritt Ihrer Partnerschaft?
Diese Kooperation zwischen Handel, Molkerei und Landwirtschaft zeigt, dass eine Lieferkette durchaus partnerschaftlich zusammenarbeiten kann. Gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten schafft dieser Pakt Versorgungssicherheit.
Mit dem Drei-Parteien-Vertrag gehen Sie einen neuen Weg der Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Welche Signalwirkung hat dieses Modell auch für die Branche?
Mit dem Drei-Parteien-Vertrag wird die Molkerei preislich mindestens so gestellt, dass Sie ihren Landwirt:innen den durchschnittlich deutschen Milchpreis ausbezahlen kann. Kurz: Menge, Preis und Laufzeit sind vertraglich geregelt. Das gibt uns und unseren Mitgliedern Planungssicherheit als Bais für Stabilität und erfolgreiches Wirtschaften. Mit unter 1 Prozent Milchmenge am deutschen Milchmarkt ist unser Einfluss auf die Branche natürlich begrenzt. Aber im Grund verfolgen alle Branchenteilnehmer auch unsere Ziele. Daher kann der Vertrag durchaus als Vorbild / Blaupause für andere Molkereien geeignet sein. Und er beweist: Die Branche braucht keine Vorgaben zur Milchpreisregulierung aus Brüssel.
Bernhard Pointner ist geschäftsführender Vorstand bei den Milchwerken Berchtesgadener Land Chiemgau eG.